Befreit leben: Von Menschenfurcht zu Gottesfurcht

Edward T. Welch
Selbstachtung, Gruppenzwang, Ablehnung, das ständige Streben nach Anerkennung - der Autor Edward T. Welch entlarvt diese Verhaltensweisen als Menschenfurcht. Menschen werden größer und mächtiger angesehen als Gott. Aus dieser "Furcht" heraus geben wir ihnen die Macht und das Recht, uns vorzuschreiben, was wir fühlen, denken und tun sollen. Die Frage, ob wir uns lächerlich machen, beschäftigt uns viel mehr (Menschenfurcht), als die Frage, ob unser Verhalten Sünde ist (Gottesfurcht). Edward T. Welch zeigt den biblischen Weg aus dieser Sackgasse - den Weg zu einem echt befreiten Leben. Der Autor ist Bibellehrer, Neurologe und Leiter einer reformiert geprägten Seelsorgeeinrichtung in den USA.

Reviews

Reviewed: 2017-12-13

Gottesfurcht statt Menschenfurcht

„Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den Herrn verlässt, wird beschützt.“ (Sprüche 29,25)

Das Buch „Befreit leben“ beschreibt auf anschauliche und ansprechende Art und Weise den Gegensatz von Menschenfurcht und Gottesfurcht. Es ist ein guter Wegweiser, der aufzeigt, was man unter dem Begriff „Menschenfurcht“ versteht und der bewusst macht, dass alle Menschen in unterschiedlicher Form damit zu tun haben. Außerdem legt Welch dar, wie man Gottesfurcht lernt. Das Buch gliedert sich in zwei große Teile: Der erste Teil beschäftigt sich mit den Ursachen und Gründen der Menschenfurcht, im zweiten, großen Teil werden schließlich Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie man Menschenfurcht überwinden kann.

Der erste Teil des Buches erstreckt sich über vier Kapitel, es werden darin kapitelübergreifend (nicht jeder Schritt entspricht einem Kapitel) drei Schritte dargestellt.

Im ersten Schritt erkennen wir, dass Menschenfurcht sowohl in der Bibel als auch in unserem Leben ein Thema ist. Die Bibel nennt uns drei Gründe, warum wir uns vor Menschen fürchten:

Wir fürchten Menschen, weil sie uns bloßstellen und demütigen können.

Wir fürchten Menschen, weil sie uns ablehnen, lächerlich machen oder verachten können.

Wir fürchten Menschen, weil sie uns angreifen, unterdrücken oder bedrohen können.

Alle drei Gründe haben gemeinsam, dass man Menschen für „größer“, also mächtiger oder wichtiger hält als Gott. Im zweiten Schritt soll nachgeforscht werden, wo Menschenfurcht in unserem Leben durch das Verhalten anderer Menschen verstärkt wurde. Im dritten Schritt wird überprüft, wie Menschenfurcht durch Einflüsse und Wertmaßstäbe der Welt verstärkt wird.

Im zweiten Teil des Buches wird behandelt, wie man Menschenfurcht überwindet. Dieser Teil ist inhaltlich umfangreicher und umfasst acht Kapitel. Er ist in vier Schritte eingeteilt, wieder kapitelübergreifend. Der vierte Schritt lehrt uns, was die Furcht des Herrn ist und wie wir darin wachsen können. Der nächste Schritt spricht uns ganz persönlich an, er zeigt auf wo wir zu hohe Ansprüche an uns selbst haben und uns zu sehr von Erwartungshaltungen anderer beeinflussen lassen. Der sechste Schritt führt uns dazu uns zu freuen, dass Gott uns mit seiner Liebe füllt. Der siebente und letzte Schritt gibt uns praktische Tipps, wie wir andere Menschen weniger für uns „gebrauchen“ und sie lieben lernen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Schon die Einleitung macht richtig Lust auf den Rest. Ich finde, dass das Buch alle Altersgruppen anspricht, u. a. weil hier ein lebenslanger Prozess beschrieben wird. Für Jüngere wird der Begriff „Menschenfurcht“ in Verbindung gebracht mit Gruppenzwang, der Angst vor Ablehnung oder dem ständigen Streben nach Anerkennung. Somit wird dieses Thema für sie leichter verständlich.

Überrascht war ich, wie facettenreich Menschenfurcht ist und dass das Thema (gerade deshalb) eigentlich für jeden aktuell ist. Obwohl sehr viel Stoff vermittelt wird, ist der Inhalt des Buches nicht schwer zu verstehen, sondern er ist hilfreich und praxisnah. Angesprochen haben mich vor allem auch die Randnotizen, die das Wichtigste der Seite noch einmal hervorheben und die zahlreichen Bibelverse, die den Inhalt gut bekräftigen. Manchmal fand ich das Lesen jedoch auch recht langatmig, da manche Problematiken sehr ausführlich behandelt werden.

Dieses Buch ist es wirklich wert gelesen und erarbeitet zu werden.

- Ruth Obermaier

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